Philosophie

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​„Das Wahre,
das Gute,
das Schöne.“

 

 

Am Anfang steht Platon

Laut Alfred North Whitehead (brit. Philosoph und Mathematiker 1861-1947) ist „alle abendländische Philosophie als Fußnoten zu Platon“ zu verstehen. Mit seiner Ideenlehre gelingt es Platon (427-347 vor Chr. in Athen) wie kein anderer die Geistesgeschichte des Okzidents zu beeinflussen.

In Platons Denken steht die zentrale Frage, was ein gutes Leben sei und wie man ein solches führe. In der Idee des Guten (griechisch: agathón) sieht er nicht weniger als Ursprung und Ziel allen Seins. Das Gute sei die spezifische areté (die Tauglichkeit) der menschlichen Seele, die zu erkennen und zu erlangen die wesentlichste aller Aufgaben sei.

Gnṓthi sautón“ („Erkenne dich selbst!“) lautet die viel zitierte Inschrift des Apollotempels in Delphi. Diese Worte wiesen den Menschen an, ein stimmiges Leben zu führen im Einklang mit sich selbst und in Harmonie mit der Gemeinschaft seiner Mitmenschen. Wem dies gelingt, der wird mit einem Gemütszustand belohnt, der in Platons Sprache „eudaimonía“ heißt, was man am ehesten mit Glückseligkeit übersetzen kann.

Im Leben jedes Einzelnen geht es darum, das eigene Leben so zu führen, dass sich die Lebendigkeit in Harmonie und Stimmigkeit entfalten kann, dass es seinem eigenen Wesen angemessen ist und seinem eigenem Sinn entspricht, meint der deutsche Philosoph und Platon-Experte Christoph Quarch (geb. 1964 in Düsseldorf).

Oder mit den Worten der französischen Philosophin Monique Canto-Sperber (geb. 1954 in Algerien): Ein gelungenes Leben bedeutet für Platon, sich selbst und andere immer wieder einer Prüfung zu unterziehen … Zunächst geht es dabei um die Fähigkeit, unser Handeln und unsere Entscheidungen zu rechtfertigen und die Gründe für unser Handeln darzulegen …. Doch hinter diesem Begriff der Prüfung steht auch die Absicht, das Leben jedes Einzelnen einer Kohärenz, einer inneren Ordnung zu unterwerfen, die eine Art Vollkommenheit darstellt … Das Gute eines Individuums besteht in einer Ordnung, einer inneren Kohärenz, und es ist die Aufgabe des Individuums, diese innere Ordnung aufzubauen, indem es ständig Prüfungen unterzogen wird. Es ist seine Aufgabe, sein Gutes in sich selbst herauszubilden.

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