Denkrichtungen & Weltanschauungen

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Verschiedene Deutungen der Welt und der Rolle der Menschen in ihr

 

 

In der PHILOSOPHIE (altgriechisch philosophía, „Liebe zur Weisheit“) wird versucht, die Welt und die menschliche Existenz zu ergründen, zu deuten und zu verstehen.
Ein REALIST …

vertritt die Denkrichtung, nach der eine unabhängig vom Bewusstsein existierende Wirklichkeit angenommen wird, zu deren Erkenntnis man durch Wahrnehmung und Denken kommt.

Ein NOMINALIST…
vertritt die Denkrichtung, nach der die Begriffe nur als Namen, Bezeichnungen für einzelne Erscheinungen der Wirklichkeit fungieren, d. h. als Allgemeinbegriffe nur im Denken existieren und keine Entsprechungen in der Realität haben. In der Philosophie wird seit der Antike eine grundlegende Diskussion darüber geführt, ob Universalien (Allgemeinbegriffe wie beispielsweise „Mensch“ oder „Menschheit“ oder mathematische Entitäten wie „Zahl“ oder „Relation“) eine ontologische Existenz beigemessen werden kann (Realismus) oder ob es sich um rein verstandesmäßige Begriffsbildungen handelt (Nominalismus). 
Ein IDEALIST …

vertritt die philosophische Lehre, die die Idee als das objektiv Wirkliche bestimmt und die in der Materie eine Erscheinungsform des Geistes sieht.

[ Der Deutsche Idealismus: Immanuel Kant, Johann Gottlieb Fichte, Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, Georg Wilhelm Friedrich Hegel ]

Ein EMPIRIST…
verfolgt die erkenntnistheoretische Richtung, die als Quelle der Erkenntnis allein die Sinneserfahrung, die Beobachtung und das Experiment gelten lässt.
[ Bekannte Vertreter der Neuzeit: Francis Bacon, Thomas Hobbes, John Locke, George Berkeley, David Hume ]
Ein RATIONALIST…
vertritt die erkenntnistheoretische Richtung, die allein das rationale Denken als Erkenntnisquelle zulässt.
[ In der Philosophiegeschichte wird „Rationalismus“ im engeren Sinne meist als Etikett für Denker wie René Descartes, Baruch Spinoza und Gottfried Wilhelm Leibniz verwendet, um sie den Vertretern des (britischen) Empirismus gegenüberzustellen. ]
Ein SENSUALIST…
vertritt die Lehre, nach der alle Erkenntnis allein auf Sinneswahrnehmung zurückzuführen ist. („Nihil est in intellectu, quod non fuerit in sensu“.)
Ein STRUKTURALIST…
vertritt die philosophische Strömung, die bei ihren Forschungen über die konstituierenden Elemente eines beliebigen Fachgebiets von grundlegenden systemischen Beziehungen und Strukturen ausgeht.
[ Ethnologe Claude Lévi-Strauss ]
Ein KONSTRUKTIVIST…
geht davon aus, dass ein erkannter Gegenstand vom Betrachter selbst durch den Vorgang des Erkennens konstruiert wird.
[ Als Begründer des radikalen Konstruktivismus gilt Ernst von Glasersfeld. ]
Ein EXISTENZIALIST…
vertritt eine philosophische Strömung, die der gelebten Existenz den Vorrang einräumt und die es ablehnt, diese Erfahrung auf ein Konzept, eine Definition oder eine Essenz zu reduzieren.
[ Ihre Hauptvertreter sind Jean-Paul Sartre, Simone de Beauvoir, und Albert Camus. ]
Ein NATURALIST…
vertritt die philosophische Weltanschauung, nach der alles aus der Natur und diese allein aus sich selbst erklärbar ist.
Ein POSITIVIST…
vertritt die Philosophie, die ihre Forschung auf das Positive, Tatsächliche, Wirkliche und Zweifellose beschränkt, sich allein auf Erfahrung beruft und jegliche Metaphysik als theoretisch unmöglich und praktisch nutzlos ablehnt.
[ Die Bezeichnung Positivismus geht auf Auguste Comte zurück. ]
Ein SOPHIST…
ist ein Vertreter einer Gruppe griechischer Philosophen und Rhetoren des 5. bis 4. Jahrhunderts v. Chr., die als Erste den Menschen in den Mittelpunkt philosophischer Betrachtungen stellten und als berufsmäßige Wanderlehrer Kenntnisse besonders in der Redekunst, der Kunst des Streitgesprächs und der Kunst des Beweises verbreiteten.
[ Vertreter der Sophistik war z.B. Protagoras. ]
Ein EPIKURIST…
ist ein Vertreter der philosophische Denkrichtung, die auf den Lehren des antiken griechischen Philosophen Epikur basiert, eine im Hellenismus parallel zur Stoa entstandene philosophische Schule.
Ein HEDONIST…
ist ein Vertreter der in der Antike begründete Anschauung, nach der das höchste ethische Prinzip das Streben nach Sinnenlust und -genuss ist.
Ein SOLIPSIST…
vertritt die erkenntnistheoretische Lehre, die alle Gegenstände der Außenwelt und auch sogenannte fremde Ichs nur als Bewusstseinsinhalte des als allein existent angesehenen eigenen Ichs sieht.
Ein HUMANIST…
ist jemand, der die Ideale des Humanismus vertritt und in seinem Denken und Handeln zu verwirklichen sucht. Der Humanismus (vom Lateinischen humanitas: Menschlichkeit) ist eine von Italien ausgehende, über West- und Mitteleuropa verbreitete Bewegung des 14.–16. Jahrhunderts, die durch literarische, philologische und wissenschaftliche Neuentdeckung und Wiedererweckung der antiken Kultur, ihrer Sprachen, ihrer Kunst und Geisteshaltung gekennzeichnet ist.
Ein MONIST…
vertritt die philosophische bzw. metaphysische Position des Monismus. Ihre Hauptthese ist, dass sich alle Phänomene der Welt auf ein einziges Grundprinzip zurückführen lassen. Die Gegenpositionen zum Monismus sind der Dualismus und der Pluralismus, die zwei bzw. viele Grundprinzipien annehmen.
Ein DUALIST…
vertritt die philosophisch-religiöse Lehre von der Existenz zweier Grundprinzipien des Seins, die sich ergänzen oder sich feindlich gegenüberstehen (z. B. Gott – Welt; Leib – Seele).
[ Die klassische Version des Substanzdualismus wurde beispielsweise von René Descartes vertreten. ]
Ein PLURALIST…
vertritt die philosophische Anschauung und Theorie, nach der die Wirklichkeit aus vielen selbstständigen Prinzipien besteht, denen kein gemeinsames Grundprinzip zugrunde liegt. 
Ein THEIST…
glaubt an Götter. Der Monotheist glaubt an einen, der Polytheist an mehrere Götter. Ein Atheist verneint die Existenz Gottes.
Ein DEIST…
ist ein Anhänger der Gottesauffassung der Aufklärung des 17. und 18. Jahrhunderts, nach der Gott die Welt zwar geschaffen hat, aber keinen weiteren Einfluss mehr auf sie ausübt.
Ein PANTHEIST…
ist ein Vetreter von der Lehre, nach der Gott in allen Dingen der Welt existiert bzw. Gott und Weltall identisch sind.
Ein RELATIVIST…
ist ein Vetreter der philosophischen Denkrichtung, welche die Wahrheit von Aussagen, Forderungen und Prinzipien als stets von etwas anderem bedingt ansieht und absolute Wahrheiten verneint.
Ein PRAGMATIST…
vertritt die Lehre, die den Menschen ausschließlich als handelndes Wesen versteht, das Handeln über die Vernunft stellt und die Wahrheit und Gültigkeit von Ideen und Theorien allein nach ihrem Erfolg bemisst.
Ein LIBERALIST…
unterstützt eine historische und aktuelle Bewegung, die eine freiheitliche politische, ökonomische und soziale Ordnung anstrebt. Hervorgegangen ist der Liberalismus aus den englischen Revolutionen des 17. Jahrhunderts. Leitziel des Liberalismus ist die Freiheit des Individuums vornehmlich gegenüber staatlicher Regierungsgewalt.
Ein MARXIST…
vertritt die von von Karl Marx und Friedrich Engels begründete Lehre, die auf einer mit der Methode des dialektischen Materialismus erfolgenden Betrachtung der Gesellschaft beruht und die die revolutionäre Umgestaltung der Klassengesellschaft in eine klassenlose Gesellschaft zum Ziel hat.
Ein MATERIALIST…
vertritt die Weltanschauung, die nur das Stoffliche als wirklich existierend, als Grund und Substanz der gesamten Wirklichkeit anerkennt und Seele und Geist als bloße Funktionen des Stofflichen betrachtet.
Ein UTILITARIST…
vertritt die Lehre, die im Nützlichen die Grundlage des sittlichen Verhaltens sieht und ideale Werte nur anerkennt, sofern sie dem Einzelnen oder der Gemeinschaft nützen. Auf eine klassische Grundformel reduziert besagt der Utilitarismus, dass eine Handlung genau dann moralisch richtig ist, wenn sie den aggregierten Gesamtnutzen, d. h. die Summe des Wohlergehens aller Betroffenen, maximiert. Als erster in Europa vertrat Jeremy Bentham eine utilitaristische Ethik in Form eines ausgearbeiteten Systems.
Ein NIHILIST…

vertritt die philosophische Anschauung von der Nichtigkeit und Sinnlosigkeit alles Bestehenden. Er lehnt alle positiven Zielsetzungen, Ideale und Werte ab. Andererseits ist Nihilismus in der Philosophie ein Terminus mit teilweise sehr tiefgründiger Bedeutung, so etwa bei Friedrich Nietzsche und und Martin Heidegger.